Gedenken am 8. Mai: Erinnerung und Verantwortung

  1. Start
  2. Aktuelles
  3. Gedenken am 8. Mai: Erinnerung und Verantwortung

Am 8. Mai 2026 hat der Ukrainische Verein in Niedersachsen e. V. gemeinsam mit der Stadt Hannover am Ehrenfriedhof am Maschsee einen Gedenkkranz niedergelegt (Zum Videobericht: https://youtube.com/shorts/QNtWEM05BUM). Wir gedachten der Opfer des Zweiten Weltkriegs — insbesondere der Millionen Ukrainer*innen, deren Geschichte bis heute oft wenig sichtbar ist.

Die Ukraine war eines der zentralen Schlachtfelder Europas. Millionen Ukrainerinnen kämpften gegen den Nationalsozialismus, Millionen verloren ihr Leben — als Soldatinnen, Zivilistinnen, Zwangsarbeiterinnen sowie als Opfer von Deportationen und Terror.

Für uns ist dieses Gedenken mehr als ein Rückblick. Es ist Ausdruck von Verantwortung in der Gegenwart. Während die Ukraine heute erneut für Freiheit und Menschenwürde kämpft, ist es umso wichtiger, die historischen Erfahrungen unseres Landes sichtbar zu machen und den Opfern einen festen Platz im europäischen Erinnern zu geben.

Im Anschluss besuchten wir den Gedenkort für verstorbene Kinder sowjetischer Zwangsarbeiterinnen auf dem Friedhof Seelhorst in Hannover. Dort wird an etwa 279 Säuglinge und Kleinkinder erinnert, deren Mütter zur Zwangsarbeit nach Hannover verschleppt wurden (Zum Videobericht: https://www.instagram.com/reel/DYHP18ugoO4/?igsh=a3hvb3M4eXVxYWxm).

Unser Verein besucht diesen Ort jedes Jahr, um der Kinder und ihrer Mütter zu gedenken — unter ihnen viele Ukrainerinnen. Insgesamt wurden während des Zweiten Weltkriegs rund 2,4 bis 2,5 Millionen Menschen aus der Ukraine zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert.

Mit diesen Gedenkaktionen geben wir den ukrainischen Zwangsarbeiterinnen und ihren Kindern ein Gesicht. Wir machen ihre Geschichten sichtbar und bewahren sie davor, in der Anonymität bloßer Zahlen zu verschwinden. Für uns ist diese Erinnerung von besonderer Bedeutung: Wir möchten dieses oft vergessene Kapitel der Geschichte Hannovers ins öffentliche Bewusstsein rücken und lebendig halten.

Wir danken der Stadt Hannover und allen Beteiligten für das gemeinsame Gedenken und den respektvollen Dialog.